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Thema: das buch.... (https://forum.detektiv-wien.at/topic.php?id=11)


Geschrieben von: redlaw am: 15.02.05, 11:49:38
Die in dem Buch aufgezeigten Indizien und Widerspr?che sind so ?berzeugend, dass die Reaktion der Sicherheitsbeh?rden, den massiven Verdachtsmomenten nicht weiter nachzugehen eigentlich nicht nachvollziehbar ist.
Dem Autor gelingt es, wiewohl seine pers?nliche Betroffenheit und sein pers?nliches Engagement herauszulesen sind, die erforderliche Objektivit?t zu wahren und sich nicht in nebulosen Verschw?rungstheorien zu verlieren und f?r seine im wesentlichen schl?ssigen und nachvollziehbaren Ausf?hrungen auch ?berzeugende Begr?ndungen zu liefern.
Unabh?ngig davon, wie die Sache weitergeht, dem Autor ist jedenfalls f?r seine Zivilcourage Respekt zu zollen.
Das Werk erinnert entfernt - auch wenn die politische Dimension zumindest soweit derzeit erkennbar fehlt - an den Fall "Lucona" , wo die Suppe auch jahrelang "zu d?nn" war und letztendlich trotzdem nach mehr als einem Jahrzehnt die Wahrheit ans Licht kam. Wenn damals der finanzielle Aufwand, den Meeresboden im Indischen Ozean abzusuchen, nicht zu gross war erhebt sich allerdings die Frage, warum das Umgraben von ein paar Kubikmetern Ansch?ttung heutzutage ein Problem sein kann ?

V?llig unverst?ndlich - neben dem Schweigen der zust?ndigen Beh?rden - ist f?r mich aber die Reaktion der durch das Buch belasteten Personen:

Wenn ich der besagte Teichbesitzer bin und ein reines Gewissen habe, nehme ich das Buch zum Anlass, auf eigene Kosten durch Sachverst?ndige mit grossem Medientamtam im Beisein zahlreicher Fernsehkameras die gesamte Ansch?ttung Kubikmeter f?r Kubikmeter ab- und umzugraben, bis auch der letze Zweifel ausger?umt ist, geniesse meine Reinwaschung und verklage in weiterer Folge den Autor, dass ihm H?ren und Sehen vergeht.

Diese Raktion h?tte ich eigentlich erwartet.

Dass "Grosskopf" sich in Schweigen ergeht mutet seltsam an und l?sst eigentlich f?r Aussenstehende nur einen Schluss zu..........


Geschrieben von: Walter Pöchhacker am: 21.02.05, 11:50:44
hallo redlaw!

vorerst herzlichen dank f?r deinen ausf?hrlichen beitrag. der kleinste gemeinsame nenner ist in diesem fall - und damit hast du zweifelsohne recht - das ausbaggern von ein paar kubikmetern kies. warum man es - auch nach den gro?angelegten suchaktionen im fall natascha selbst - nicht sofort gemacht hat, mag f?r einen aussenstehenden v?llig unverst?ndlich erscheinen. kennt man die im buch beschriebenen hintergr?nde, weiss man, warum es so ist.

auch was den teichbesitzer betrifft, gebe ich dir vollkommen recht. er h?tte aber gar nicht unter gro?em medienrummel selbst graben m?ssen, sondern nur unserer angebot, ?ber einen "sponsor" auf eigene kosten graben zu lassen, annehmen m?ssen. wenn er dann auf einmal eine kaution von 2 millionen schilling verlangt, diese ihm zugestanden wird und er trotzdem eine grabung ablehnt, sich - aus welchen gr?nden auch immer - sogar weigert, den namen seines anwaltes zu nennen, bleibt wohl spielraum f?r einige spekulationen.

bedenkt man zus?tzlich, dass er ein "guter bekannter" der mutter und ein ehemaliger freund des vaters ist, reduziert sich alles auf die frage: wieviel ist 2+2?

walter p?chhacker